Unser Adventskalender

Unser Adventskalender –„24 Tage“ by crea.TiSt

Es gibt so Ideen, die lassen einen nicht los…

Unser Adventskalender „24 Tage“ ist so eine Idee. Oder war. Denn mittlerweile wurde aus der Idee ja ein fertiges Produkt! Wie es dazu kam und welche Schritte wir dafür tun mussten – davon erzählen wir euch hier.

Einen Adventskalender zu haben, ist ja immer etwas Besonderes. Grade, wenn man aus den Kinderschuhen heraus ist. Als Kinder haben wir es geliebt, jeden Tag im Advent ein Türchen oder Säckchen öffnen zu können. Eigentlich war es jedes Jahr selbstverständlich, (mindestens) einen Kalender zu haben. Aber das ändert sich ja mit dem Älterwerden leider. Mir hat zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit mein Mann noch Adventskalender geschenkt (und ich ihm), selbstgemacht mit kleinen Texten zum Beispiel. Das war toll. Leider nur nicht von Dauer. Spätestens mit den eigenen Kindern war ich dann diejenige, die eben keinen Kalender mehr hatte, sondern mehrere machte. Mamas sind ja so genügsam… Aber schade war das schon!
Egal, was blieb, war die Freude (und die zunehmende Not), die Päckchen zu bestücken. Und das Beobachten des späteren Auspackens, die Vorfreude der Kids, das Wissen darum, diese Zeit ein kleines bisschen besonders gemacht zu haben. Heute mache ich immernoch für mein Patenkind einen Kalender, einfach weil es mir wichtig (und ein Lächeln garantiert) ist.

Mir geht es nicht alleine so, das weiß ich. Meine Schwester Tine hat ganz ähnliche Erfahrungen zu berichten. Auch ihr ist es wichtig geworden, (mindestens) im Advent kleine Zeichen zu setzen. So, wie den Adventskalender für einen ganz besonderen Menschen, weit weg in Berlin. 24 Tage lang schickte Tine ihrer Freundin mit eigens gestalteten Karten Lustiges und auch mal Nachdenkliches, ein bisschen Weihnachtszauber, Wärme und Herzlichkeit.

Adventskalender im allgemeinen und dieser „Berliner“ Kalender im besonderen beschäftigten uns immer wieder. Und so denken wir denn im Jahr 2020 bei 30 Grad im August darüber nach, wie wir in diesem ganz besonderen Jahr auch andere Menschen mit ein bisschen Wärme und Herzlichkeit durch die Adventszeit begleiten können.

Auch mein lieber Mann findet die Idee gut, gibt ihr eine äußere Form, die er außerdem als „marketing-tauglich“ befindet. Wir müssen ja mittlerweile kaufmännisch denken…
So entstehen erste Entwürfe für den „Adventskalender für die Hosentasche“, handlich, kompakt, nachhaltig, erschwinglich – und ganz persönlich.

Tine und ich verbringen so einige Stunden damit, jedem Tag im Advent einen Text, einen Gedankenanstoß oder einen DIY-Tipp zuzuordnen. Gar nicht so einfach… Viel Platz bietet so ein Kärtchen in DIN A8 ja auch nicht. Alle unsere Gedanken und Ideen müssen sehr reduziert zusammengefasst werden.
Für die 24 Zahlen der Vorderseiten ist Tine zuständig. Sie gestaltet jede Ziffer, jeden Schriftzug, jedes Bild dafür eigens für den Kalender. Mein Part ist daneben die Schachtel, in der all die Kärtchen versammelt und auch präsentiert werden sollten. Der Entwurf ist relativ schnell gemacht, die Umsetzung für den Plotter schon etwas zeitaufwändiger. Nach zwei, drei Fehlversuchen schneidet das Maschinchen nun aber zuverlässig auch größere Mengen der Schachtel, die wir dann nur noch falten und zusammenbauen müssen. Gemeinsam überlegen wir uns dann noch das Design für das Äußere der Box.

Bis dahin liegt noch alles in unseren eigenen Händen – jetzt brauchen wir Hilfe von außen! Wir sind unheimlich dankbar für die Unterstützung durch die Agentur Zielgenau in Sachen Datenverarbeitung, Druck und Durchfechten von technischen Widrigkeiten! Von letzterem kam dann so einiges…

Tine und ich waren uns im Sommer schnell einig gewesen, wie unser Adventskalender aussehen soll: Kraftkarton mit weißem Druck. Wir finden mithilfe der Agentur eine Druckerei, die das anbietet, und planen damit. So weit, so gut.
Die Agentur setzt die Druckvorlagen und schickt sie uns zum Korrekturlesen – das ist schon ein toller Moment, alles so zu sehen! Wir beseitigen noch ein paar kleine Fehler, machen letzte Änderungen, dann heißt es: Druckfreigabe!
Mit großer Spannung erwarten wir das Paket der Druckerei…

Und dann das: Kraftkarton ja, aber mit blauem Druck! Was ist denn das? Wer hat denn da geschlafen? Die besten Agenturmitarbeiterinnen der Welt klemmen sich dahinter, bekommen von der Druckerei gesagt, dass der Weißdruck dann doch nicht funktioniert. Überhaupt würden alle Farben auf Kraftkarton nicht richtig rauskommen. Warum wird das dann angeboten, fragen wir uns. Und disponieren eben um: Wir entscheiden uns für einen weißen Naturkarton mit farbigem Druck. Immerhin steht die Druckerei für ihren Fehler gerade und erlässt uns die Kosten für den Kraftkartondruck.

Alles auf Anfang: Die Agentur bereit die Druckdaten erneut vor, Freigabe, warten auf das Ergebnis… Als der Paketbote klingelt, kriege ich zunächst einen Schrecken, weil das Paket nur halb so groß ist wie das erste. Aber alles gut, die Menge stimmt und die Größe der Bögen auch. Hurra, wir können den folgenden Werkstatt-Donnerstag nutzen zum Zuschneiden, Sortieren, Packen, Fertigstellen! Denkste! Erste Zuschnittversuche zeigen schnell, dass entweder unsere Ansprüche zu hoch sind – oder der Druck einfach zu ungenau ist. Vorder- und Rückseite passen nicht richtig zusammen. Außerdem sind immer irgendwo die Trennlinien der einzelnen Kärtchen zu sehen. Nee, so geht das nicht!

Wir nutzen den Werkstatt-Donnerstag zum Fertigen der Schachteln, schneiden ein paar Sätze von Hand zu, um schon mal Fotos für den Shop machen zu können, immerhin.
Erneuter Hilferuf an die Agentur – nur gut, dass mein Mann die Idee des Kalenders von Anfang an mitgetragen hat und uns die Leistung seiner Mannschaft weiterhin zur Verfügung stellt! Die Trennlinien werden herausgenommen, letzte Korrekturen, nächster Versuch. Und siehe da – was lange währt, wird endlich gut! Jetzt nur beim Zuschneiden keine Fehler machen…! Meine Schneidemaschine kann große Mengen Papier zerteilen. Das muss dann schon an der richtigen Stelle sein!

Der nächste Werkstatt-Donnerstag wird dann definitiv zum Sortieren und Packen genutzt. Ein Gefühl von weihnachtlicher Vorfreude schleicht sich wieder ein. Wir hatten es fast vergessen. Doch mit jedem fertig verschnürten Kästchen wird uns wieder klarer, was wir ursprünglich vor hatten.

Dieses Jahr machen wir im Advent für ein paar Menschen „24 Tage“ ein kleines bisschen besonders! Bist Du einer davon? Machst Du mit?